Vintage Modeschmuck Metall I

Im Regelfall bildet eine metallene Grundform die Basis des Schmuckstücks. Metall als Ausgangsbasis für ein Schmuckstück eignet sich insofern hervorragend, als daß seine Bearbeitungsmöglichkeiten vielgestaltig sind. Metall kann in Form gegossen, gepresst, gestanzt, gefräst, gebohrt, gefeilt und leicht mit Legierungen überzogen werden. Andere Materialien können gut in Metall eingepaßt werden. Entweder durch eine spezielle Klebetechnik, durch Einsatz in metallene Krampenförmchen oder das simple Aufziehen auf Schmuckdraht.

Für Händler, Sammler und Liebhaber ist das verwendete Metal durchaus von Bedeutung. Händler sollten wissen, aus welchem Material der alte Schmuck besteht, den sie zum Verkauf anbieten. Dieses Wissen bietet sich nicht nur an, um den Kunden nicht ein X anstatt eines U zu verkaufen, sondern auch für Reparaturzwecke. Bei schadhaften Schmuckstücken kann sich durchaus die Anfrage bei einem Vintage Modeschmuckhändler, anstatt bei einem Goldschmied, nach einer möglichen Reparatur lohnen.

Für Sammler und Liebhaber kann sich auch die Frage stellen, ob  das verwendete Metall überhaupt vertragen wird. Denn Vintage Modeschmuck ist nicht unbedingt nach den heutigen Standards produziert. So kann unter anderem mehr Nickel im Material vorhanden sein, als die EU-Nickelverordnung den Produzenten von heute als Höchstmaß vorschreibt. Auch Anteile von Blei können höher sein, als heute durch US- oder EU-Verordnungen vorgeschrieben.

Welche Möglichkeiten der Metallanalysen – ohne das Schmuckstück in ein Labor zu geben – gibt es?

Methoden in der Theorie.

Metal und Edelsteine haben eine Gemeinsamkeit, die bei einer Bestimmung manchmal hilfreich sein kann. Der Härtgrad der Materialien ist unterschiedlich. Und so gilt auch für Metal, was bei Edelsteinen möglich ist: mit dem härteren Material können Schäden am weicheren verursacht werden. Der sogenannte Kratztest. Dies setzt natürlich voraus, daß die Härtegrade der Metalle bekannt sind und Muster davon zur Verfügung stehen. Dies bedeutet jedoch auch, daß durch einen solchen Test ein Schaden am Schmuckstück entstehen wird. (z.B. tiefe Kratzer) Wenn überhaupt, sollte ein derartiger Test also nur an einer verdeckten Stelle vorgenommen werden.

Eine andere Möglichkeit wäre der Wassertest nach Archimedes. Dieser Test wird gern zur Echtheitsprüfung von Goldschmuck verwendet. Es ist aber durchaus möglich, diesen auch auf andere Metalle anzuwenden. Wie Gold auch, hat jedes andere Metall ein spezifisches Eigengewicht – eine Dichte. Um zu ermitteln, welche Dichte das Schmuckstück vor einem hat.  Als Grundausstattung benötigt man nur eine gut funktionierende Digitalwaage, ein Glas Wasser und die hier zur Verfügung gestellte Übersicht der physikalischen Eigenschaften der Metalle.

Zuerst wird das Schmuckstück auf der Waage ausgewogen und das Gewicht notiert. Dann stellt man ein ausreichendes Gefaß, mit Wasser gefüllt, auf die Waage und tariert diese aus. Im Anschluß wird das Schmuckstück an einem Bindfaden in das Wasser eingetaucht. Der auf der Waage angezeigte Verdrängungswert wird ebenfalls notiert. Teilt man  nun Gewicht durch Verdrängungswert erhält man die spezifische Dichte des Schmuckstückes.  Mit Reinmetallen funktioniert diese Variante wunderbar. Bei Mischmetallen ist sie auch anwendbar, artet jedoch in etwas Rechnerei aus. Es darf zudem nicht vergessen werden, daß das Schmuckstück in der Regel mit Besatz versehen ist. Auch dieser hat ein gewisses Eigengewicht. Niemand wird ernsthaft auf die Idee kommen, den Besatz zu entfernen, nur um auf diese Weise zu ermitteln, aus welchem Metall das Schmuckstück besteht. Zu bedenken ist vor allem, dass Wasser nicht unbedingt förderlich für den Erhalt des alten Modeschmucks ist.

Die dritte physikalische Eigenschaft von Metall ist der Schmelzpunkt. Rein theoretisch, könnte das Schmuckstück solange erhitzt werden, bis das Metall anfängt zu schmelzen. Anhand des Schmelzpunktes wäre dann erkennbar, um welches Metall es sich handelt. Das damit natürlich die Schönheit des Schmuckstückes, wenn nicht gar das Schmuckstück in Gänze, beschädigt wird, braucht sicher nicht weiter erwähnt zu werden.

Die Methoden eigenen sich nur in der Theorie. Eine Durchführung/Nachahmung wird hier nicht empfohlen sondern dringend davon abgeraten.
Für alle an der Theorie interessierten, werden hier zur reinen Information die physikalischen Eigenschaften angeführt.

Metall Dichte (g/m3) Härtegrad Schmelzpunkt
Gold 19,3
Silber 10,5
Kupfer 8,9
Zink 7,1
Zinn 7,3
Aluminium 2,7
Eisen 7,9
Magnesium 1,7
Nickel 8,9
Blei 11,3

So selbstverständlich Metall in Schmuckstücken für uns auch sein mag, die vergangenen Epochen zeigen, daß auch mit anderen Materialien wundervolle Schmuckstücke entstehen können. Dies betrifft insbesondere Schmuck aus Zelluloid, Bakelite oder gar Holz.