Signierter & unsignierter Vintage Modeschmuck

Eine Signatur auf einem Schmuckstück erwartet der Fachmann, Sammler oder Liebhaber grundsätzlich bei den großen Designhäusern. Um bei den wenigen, heute noch existierenden, amerikanischen Modeschmuck-Herstellern zu bleiben, seien hier Napier, Monet oder Trifari als Beispiele genannt.

Die Schmuckstücke erhalten hierbei auf ihrer Rückseite, als eine Art Markenkennzeichnung, den Namenszug des Designhauses eingestanzt. Diese Signaturen können periodisch unterschiedlich gestaltet sein und eine große Hilfe bei der Bestimmung des Alters des Schmuckstückes werden.

Unsignierten Schmuckstücken fehlt logischerweise der eingestanzte Namenszug eines Designhauses. Oftmals kommt an dieser Stelle dann die Frage auf, ob sich damit automatisch der Wert dieser Schmuckstücke verringert. Auch diese Frage kann mit einem klaren Nein beantwortet werden.

Ein fehlender Namenszug hat keine Auswirkungen auf den Wert des Schmuckstückes. Viel wichtiger ist die Erforschung der Frage, warum sind so viele, wunderschöne Schmuckstücke nicht signiert.

Die Modeschmuckindustrie unterlag nicht nur der steigenden Nachfrage ab ungefähr den 1920er Jahren, sondern auch einem gewissen Lernprozess. Dennoch hat die steigende Nachfrage einen erheblichen Anteil an teils fehlenden Signaturen. Insbesondere in den 1950er Jahren erfolgte eine signifikant hohe Produktion, daß schlichtweg der Prozess der Signierung als Arbeitsschritt bei einem Teil der Schmuckstücke entfiel. Fachhändler identifizieren diese Schmuckstücke heutzutage über ihr jahrelanges Fachwissen und mittels einschlägiger Fachliteratur.

Neben dem Auslassen dieses Arbeitsschrittes, wurden streckenweise die Grundformen (heute auch als Findings bezeichnet) eines Schmuckstücks von Zulieferern bezogen und dann individuell durch die Firmen legiert und besetzt. Handelte es sich bei dem Hersteller nicht um eines der bekannten Marken, so bestand durchaus die Möglichkeit, daß das Schmuckstück dem eines Designhauses glich. Die Signierung blieb den Schmuckstücken der No-Name-Marken jedoch verwehrt.

Ebenfalls nicht unüblich, war die Markenkennzeichnung der Schmuckstücke über Markenanhänger oder signierte Schmuckboxen. Nach dem Kauf der Schmuckstücke wurde die Papieranhänger und somit der Hinweis auf den Designer entfernt. Schmuckstücke heute samt originaler Verkaufsschatulle zu finden, ist ein seltener Glückfall. Viele dieser Schächtelchen, oftmals Karton mit Satinfütterung, haben den Lauf der Zeit nicht überlebt. Auch bei diesen Stücken hilft nur das Wissen eines erfahrenen Händlers oder eine langwierige Recherche. Prominente Beispiele für die Art dieser Markenkennzeichnung sind beispielsweise Schmuckstücke von Juliane oder Lady Ellen.

Viele Vintage-Liebhaber werden heute euphorisch, wenn sie einen, einer Signatur vergleichbaren Eindruck auf dem Schmuckstück finden, welches sich als Patentnummer entpuppt.  Patentnummern waren bis in die Mitte der 1950er Jahre die einzige Möglichkeit, das geistige Eigentum einer Schmuckkreation oder Schmuckbasis zu schützen.  Nachahmungen und gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen den Schmuckherstellern waren entsprechend hoch. Nur die Niederschrift, detaillierte Zeichnung des entworfenen Schmuckstückes und deren Einreichung vor Produktion, beim US-Patentamt sicherten die Rechte der Designer einigermaßen.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurde das Copyright in den USA eingeführt. Die Anmeldung eines jeden einzelnen Schmuckstückes beim US-Patentamt hatte sich damit erledigt. Bis zum Ende der 1950er Jahre hatten alle großen Schmuckmarken das Copyright-Symbol in ihre Signatur übernommen.  Es gibt durchaus Patente nach den 1950er Jahren. Diese betreffen jedoch nicht das Design eines Schmuckstückes sondern Mechanismen, wie Clips oder Schließen.

Doch zurück zu den Patentnummer, welche als „Signatur“ auf Schmuckstücken zu finden sind.  Bei diesen Eindrucken in das Schmuckstück handelt es sich nämlich nicht um eine Signatur. Tatsächlich kann man über diese Patentnummer in der Regel nur herausfinden, wer die Basis des Schmuckstückes geliefert hat. Besonders häufig trifft man diese Form des Eindruckes bei Ohrclips an.

Prominente Beispiele dafür sind die folgenden Patentnummern:

Pat. No. 2752764                                   Pat. 1967965

Das US-Patent 2752764 wie auch US-Patent 1967965 kann ohne Schwierigkeiten auf der Internetseite des United States Patent and Trademark Office (www.uspto.gov) aufgefunden werden. In beiden Fällen ist die detaillierte Zeichnung eines Ohrclips zu sehen. Die Patentierung stammt bei ersterem aus dem Jahr 1955 bei zweitem Beispiel aus dem Jahre 1934.

Der Patentclip des zweiten Beispiels wurde weit über das Jahr 1934 hinaus in der Schmuckindustrie verwendet. Insofern ist an diesem Beispiel wunderbar zu sehen, daß eine zeitliche Einordnung des Schmucks nicht zwingend an einem patentierten Clipmechanismus festgemacht werden kann.

Neben einer möglichen Gemarkung mit Patentnummern, trifft man auch immer wieder geografische Markierungen auf Schmuckstücken an. Dazu zählen insbesondere Western Germany oder W. Germany, Czecho, Hong Kong, Japan oder Austria.

Auch diese Gemarkungen sind für den Laien wenig hilfreich, wenn es darum geht zu erfahren, wer das Schmuckstück hergestellt hat. Für eine zeitliche Klassifizierung sind diese Markierungen jedoch optimal.

Austria: Sowohl die Gemarkung „Austria“ als auch „Made in Austria“ wurde verwendet. Abhängig von weiteren Faktoren, kann als zeitliche Referenzspanne 1915 – 1980er Jahre angeführt werden.

Czecho: Gemarkung im Zeitraum 1918 – 1930er

Empire Made/Hong Kong: Die Gemarkung Empire Made verwies auf eine Herstellung in Hong Kong und war für den britischen Markt vorgesehen. Die Gemarkung Hong Kong ist vornehmlich auf in Hong Kong produzierten Schmuck, der für den amerikanischen Markt vorgesehen war, zu finden. Beide Gemarkungen stammen aus den 1960er Jahren.

Japan: Gemarkung aus den 1960 Jahren

Western Germany/ W. Germany: Nach Ende des 2. Weltkrieges und bis zur Teilung von Deutschland erfolgte die Gemarkung Western Germany. Nach der Teilung wurde die Gemarkung W. Germany genutzt.