Vintage Modeschmuck Metalle II

Eine kleine Zusammenfassung der am häufigsten, verwendeten Metalle:

Tombak

Tombak ist eines der Materialien, die für den Laien auf den ersten Blick wie nicht punziertes/nicht gemarktes Gold aussehen. Benutzt man Schmuckstücke oder Gegenstände, die aus Tombak hergestellt wurden eine Weile nicht, so läuft das Metall durchaus schwärzlich an. Tombak läßt sich auch wunderbar mit Silberpflegemittel auf goldähnlichen Hochglanz polieren. Die Illusion, ein Schmuckstück aus Gold in den Händen zu halten, ist damit perfekt. Und genau zu diesem Zweck wurde die als Tombak benannte Metallmischung auch für Zwecke der Schmuckindustrie gefunden. Tombak sollte als billiger Ersatz das äußere Erscheinungsbild von Gold nachbilden.

Im Bereich der Vintage Costume Jewelry ist dieses Metall vor allem um die Zeit des Art Nouveau zu finden. Tombak gibt es in verschiedenen Mischungen. Eine Legierung aus Kupfer und Zink im Verhältnis von 12:1 oder Legierungen aus Kupfer, Messing und Zinn in Verhältnissen von ungefähr 69%/30%/1% oder 58%/41%/1%. Neben dem goldfarbenen Tombak gibt es auch den sogenannten weißen Tombak. Dieser bestand aus einer Legierung von Kupfer und Arsenik. Aufgrund der Giftigkeit des Arsenik, wurde diese Mischung bereits im 19. Jahrhundert verworfen und Neusilber für Schmuckzwecke eingesetzt.

Silber

Das uns heute geläufige Silber hat einen Feingehalt von 925. Das war nicht immer nicht so. Noch zu Beginn der Jahrhundertwende war ein Feingehalt von 800 üblich. Auf den Schmuckstücken dieser Zeit befinden sich Punzierungen, die das belegen. 925er Silber wurde definitiv zu Zeiten des 2. Weltkrieges verwendet, insbesondere weil dieses Edelmetall keinen Einsatz in der Verteidigungsindustrie fand, im Gegensatz zu den unedlen Metallen. Die Modeschmuckindustrie hatte während dieser Zeit leichteren Zugriff auf Silber. Derlei Schmuckstücke sind jedoch nicht mit der uns heute bekannten Punzierung 925 versehen sondern mit den Gemarkungen „Sterling“.

Pot Metal (Weißmetall oder auch Kesselmetall)

Der Begriff Pot Metal stammt aus dem Englischen und will keine so rechte Entsprechung im Deutschen finden. Schmuckstücke aus diesem unedlen Metallmix werden gern als Weißmetall umschrieben, was anhand der hellen, silbrigen Farbe eine sehr zutreffende Beshreibung ist. Pot Metal läßt sich am einfachsten als Kesselmetall bezeichne. Damit ist im Grunde bereits grob erläutert, worum es sich handelt.

In einem Schmelzkessel werden Metalle mit einem relativ niedrigen Schmelzpunkt geschmolzen und zu einem Mischmetall vereint. Diese Art von Basismetall für die Schmuckherstellung war insbesondere in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen verbreitet.  Pot Metal besteht in erster Linie aus Zinn. Zinn ist ein relativ weiches Metall, welches nach seiner Erhitzung schnell abkühlt und nicht besonders gut kontrolliert werden kann. Dem Zinn wurden daher weitere Metalle von ähnlichem Härtegrad zugefügt (z.B. Zink, Blei, Antimon, Kupfer), um das Pot Metal etwas stabiler zu machen.  Das das nicht in jedem Fall funktioniert hat, ist an Schmuckstücken aus dieser Zeit immer wieder zu erkennen.

Am häufigsten sind leichte Blasenbildung im Guß zu erkennen.  Manche davon haben sich bei der Abkühlung geöffnet, manche davon blieben geschlossen und stellen bis heute eine Gefahr für Materialbrüche dar. Auch Risse im Guß sind nicht selten. Zink selbst ist kein besonders gutes Material, sobald es um die Überlebensdauer des Schmuckstückes geht. Das Metall neigt grundsätzlich bei Alterung zu Brüchen.

Die häufigsten Beispiele für Schmuckstücke aus Pot Metal sind wunderschöne, opulente Broschen. Hat ein solches Schmuckstück Risse, Löcher oder ist gar gebrochen, kann ein Gang zum Goldschmied zwecks Reparatur von Nöten sein. Aufgrund der unbekannten Mischungsverhältnisse und der Weichheit von Pot Metal kann man jedoch selbst einen Goldschmied schnell in die Verzweifelung treiben. Pot Metal läßt sich weder gut löten, noch schweißen oder besonders gut kleben. Mit etwas Pech ist der Schaden am Schmuckstück am Ende größer als zuvor – und das – ohne schuldhaftes Zutun des Goldschmiedes!

Zinn

Gegenstände aus Zinn wurde vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen als das Silber des kleinen Mannes bezeichnet. Schmuck aus reinem Zinn findet man bei amerikanischem Vintage Modeschmuck selten, doch es gibt ihn durchaus.

Messing

Vielfach in Vintage Costume Jewelry als auch im heutigen Modeschmuck eingesetzt, wird Messing. Von der metallischen Bezeichnung sollte man sich nicht in die Irre führen lassen, denn auch Messing ist kein Reinmetall, sondern eine Mischung aus Metallen. Messing besteht aus Kupfer und Zink in veränderbaren Anteilen. Veränderbar deshalb, weil jeder Schmuckhersteller seine ganz eigene Mischung präferiert. Bei der Herstellung von Messing ist die Farblehre aus der Kunst anwendbar. Je höher der Anteil von Kupfer gegenüber dem Zink, desto röter das Messing. Ein hoher Anteil von Zink dagegen führt zu einem helleren, gelblicheren Messing.

Messing wurde vor allem Anfang des 20zigsten Jahrhunderts in der Modeschmuckindustrie eingesetzt. Messing hat gegenüber anderen Metallen einen entscheidenden Vorteil für den Laien, es ist am Geruch erkennbar. Berührt man Messing steigt einem dieser eigentümliche Duft in die Nase, der uns so bekannt auch von Kleingeld entgegenschlägt. Dabei ist es hier weniger das Metall was den unangenehmen Geruch verursacht, sondern vielmehr die Kombination aus menschlichem Hautfett, Schweiß und deren chemischen Reaktionen auf dem Messing.

Base Metal (Basismetall)

Nach dem zweiten Weltkrieg war es keineswegs länger erschwinglich, Modeschmuck in Sterling Silber zu produzieren. Die Hersteller wollten nunmehr zu den kostengünstigen Metallmischungen zurückkehren, was sich gegenüber dem Kunden nicht ganz als einfach erwies. Die Kunden hatte sich über die Kriegsjahre an die hochwertigen Schmuckstücke gewöhnt, eine Rückkehr zu dagegen billig wirkenden Modeschmuckstücken aus Kesselmetall war nicht zu denken. Die Metallmischungen wurden daher ein wenig in der Zusammensetzung verändert und bekamen teilweise werbewirksame Namen, um den Kunden von der neuen Qualität zu überzeugen (z.B. TRIFARI & TRIFANIUM). Die Qualität des Metalls verbesserte sich in der Hinsicht, dass es weniger weich und wesentlich besser geeignet war, das massive Gold- oder Rhodiumlegierungen für lange Zeit darauf hafteten. Die Metallmischung enthielten nun unter anderem Kupfer, Messing, Aluminium, Nickel und Zinn.

Kupfer

Mitte/Ende der 40er Jahre begann eine neue Bewegung in der Modeschmuckindustrie, der sogenannte Modernismus, der bis in die 60er Jahre anhielt. Hauptbestandteil der modernisten Modeschmuckstücke ist oftmals Kupfer, welches zusammen mit Emaille einen sehr außergewöhnlichen Effekt Schmuckeffekt erzielt. Die bekanntesten Vertreter dieser rötlich metallenen Schmuckstücke sind die Marken „Renoir“ und „Monet“.